Beiträge von Blackrudy17

    Ich bin hier im Forum immer wieder verwundert, dass bei einem E-Fahrzeug anders gerechnet und argumentiert wird.

    Bei einem Verbrenner käm auch niemand auf die Idee bei eingeschalteter Reservelampe an der Tankanzeige eine Fahrt zu starten,

    ohne vorher an die Tankstelle zu fahren.

    Ein Elektofahrzeug hat keine Notbatterie als Reserve. Die Restkapazität ist die gesamte Reserve.

    Und der errechnete Verbrauch ergibt sich in der Regel aus den letzten Fahrten!

    Vielleicht war es da noch wärmer, das Streckenprofil energiesparender und der Stromverbrauch für ein angenehmes Innenklima geringer.

    Gerade bei einer kurzen Fahrt und 0° Außentemperatur geht anteilig deutlich mehr Strom für die Klimatisierung drauf.

    Meine Anzeige zeigt aktuell bei einer Batteriekapazität von 34% eine Reichweite von 100 km. Die letzten Fahrten fanden bei -5°C in der Stadt statt.

    Da passt das Verhältnis von 30km für 10% und 300km bei 100% und diesen Temperaturen.

    Trotzdem würde ich keine 50km auf der Autobahn ohne Lademöglichkeit fahren wollen, da der errechnete Verbrauch sich eben nicht auf

    Autobahn mit 130km/h bezieht.

    Das ein Verbrenner für die Nutzung der Klimaanlage auch mehr Kraftstoff verbraucht, wird dabei immer ignoriert, weil man das eben nicht direkt spürt.

    Heute möchte ich zum Thema Laden einmal mein Wissen weitergeben, um dem einen oder anderen die Angst vor langen Strecken zu nehmen und auch eine Position zu den vielen negativen Lademeinungen zu setzten

    Die letzten 3 Jahre bin ich einen BMW i4 (voll elektrisch) gefahren, der eigentlich mit 200kW geladen werden kann.

    Aber wie seht die Realität aus?

    Im wesentlichen wird die Ladeleistung durch die Ladesäule bestimmt, auch wenn an der Ladesäule etwas anderes steht! Die angegebene Ladeleistung an der Säule (z.B. 300kW) ist das Maximum für beide Ladepunkte. Das heißt, werden an einer Ladesäule 2 Fahrzeuge gleichzeitig geladen, werden beide mit einem Durchschnitt von 150kW geladen.

    Dabei habe ich erlebt, wie ein benachbarter Audi mit 200kW geladen wurde, meiner aber nur mit 80kW. Gerade im Winter drosseln die Betreiber aber die Säulenleistung, besonders zu Zeiten wenn der allgemeine Strombedarf besonders hoch ist.

    Aktuell bin ich mit dem Mazda 6e im Urlaub in Österreich (Reisestrecke 520km). Bei der Hinreise wurde der Mazda bei einem Akkustand von 15% mit 136kW geladen bis zum Akkustand von 70%. Bei ähnlichen klimatischen Verhältnissen wurde der BWM kurzzeitig im Maximum von 130KW (28%) geladen und fiel dann kontinuierlich auf 77kW (64%) ab.

    In Österreich habe ich an einer 150kW- Säule nur 34kW erreicht, sicher kein Fahrzeugproblem!

    Was nutzt also eine Ladeleistung von 200kW, wenn diese nur als Peak in der Ladekurve und nur selten erreicht wird?

    Weil hier immer von Temperierung des Akkus gesprochen wird. Das Temperieren des Akkus dient vorrangig dem Schutz des Akkus und wurde im BMW selbstständig vor dem Laden nur eingeschaltet, wenn die Temperatur uter 3°C lag, um auch den Ladestart zu beschleunigen. Eine Temperatur wurde dabei nie angezeigt. Eine nachweislich schnellere Ladung konnte man nach dem Vorheizen nicht fest machen, da es zu viele Einflussfaktoren beim Laden gibt, die nicht vom Fahrzeug abhängen.

    Die Berechnungen der Ladepunkte über die Navigation im Mazda 6e funktioniert sehr gut und wird auch neu berechnet, wenn die Restkapazität deutlich unter die gewünschte Ankunftskapazität sinkt.

    Also, mal etwas entspannter auf die Ladeleistung schauen.