Ich finde es gerade spannend, wenn sich Leute für das Thema Akku interessieren und es etwas genauer analysieren, lernen und auch mal Fehler machen um daraus zu lernen.
Es macht das ganze E-Auto Thema extrem spannend, lädt es auf, schürt Interesse, gibt den ganzen eine emotionale Ebene, die so gerne von den Verbrenner Freunden abgesagt wird.
Ich habe mir nicht alles im Detail durchgelesen, aber möchte trotzdem noch ein paar Einwürfe geben.
Vor anderthalb Jahren habe ich mich mal durch "Batterie Essentials" durchgeklickt.
Da geht es um Fakten in der Batterieforschung.
Richtig ist daher, auch LFP Akkus Verschleißen schneller an ihren Grenzen, es ist also ähnlich wie beim NMC Akkus.
Trotzdem sagen Leute man soll den Akku auf 100% bei LFP laden, das wäre angeblich gut.
Hier werden grundsätzlich 2 Themen verwechselt.
Der Akku muss auf 100% geladen werden, damit das BMS sich wieder angleichen kann, weiß wo es steht und einen SoH ermitteln kann. Es ist also nur gut für's BMS. Der Akku selbst mag das genauso wenig wie ein NMC Akku, deshalb ist die schonende Vorgehensweise auch bei LFP Akkus die selbe wie bei NMC, man sollte ihn immer zwischen 20-80% betreiben.
Natürlich ist es kein Muss und der Akku wird auch nicht sterben, wenn man ihn wöchentlich auf 100% lädt, aber ja die Wahrscheinlichkeit, dass er dann schneller verschleißt ist definitiv gegeben.
Zum balancing: Bei LFP Akkus passiert es nur oben herum und das Mazda BMS scheint sich da extrem schwer zutun das auszuführen. Es sind keine riesen Unterschiede, selbst wenn das Delta groß ist, weil zum Ende hin ohnehin die Spannung schneller steigt mit der Kapazitätszunahme, aber trotzdem wünschte ich mir Mazda würde hier einen besseren Job machen. Hier kann es definitiv helfen zum Ende sehr langsam zu laden um den Balancing etwas mehr Zeit zu geben.
Zur SoH Rechnungslogik: der SoH kann ohnehin nur berechnet werden, wenn der Akku auf 100% geladen wird und das BMS abgleichen kann. Wer also nie auf 100 % laden würde, den würde das BMS auch immer 100% SoH ausgeben, auch wenn es natürlich nicht der Fall ist.
Aber auch hier sollte man vorsicht walten lassen. Wie die Berechnungsmethode aussieht, weiß nur der Programmierer des BMS. In der Regel ist es so, dass man auf 100% lädt und danach die kWh bis zu einem unteren % (am besten unter 10% für bessere Genauigkeit) fährt. Danach wird gerechnet wie viel kWh aus dem Akku gezogen wurden ist im Verhältnis zu den herausgezogen %. Da kommt dann ein kWh Wert heraus der mit der Nettokapazität verglichen wird. Die prozentuale Abweichung wäre dann die Degradation. Wenn aber nicht mal ein ordentliches Balancing beim Mazda durchgeführt wird, dann muss auch der angezeigte SoH nicht real sein.
Zum Zellentausch:
Ich bezweifle, dass bei dem CATL Akku einzelne Zellen getauscht werden können. Unternehmen wie CATL, BYD, CALB,.. produzieren aktuell meines Wissens fast nur noch Akkus die verklebt sind und wo auch speziell gepresste Platten auf die einzelnen Zellen kommen, wo Anode und Kathode direkt mit der nächsten Zelle verschweißt werden.
So einen Akku auseinander zu bauen... Ist extrem schwierig, lohnt sich kaum.
Selbst die Chinesen sind da mittlerweile so, dass sie sagen mit ihren Lohnkosten kaum zielführend.
Es gibt aber trotzdem chinesische Unternehmen die sich auf solche Reparaturen spezialisiert haben, aber eben nicht hier.
Wichtig ist, dass man den Akku extrem stark runter kühlen muss, in extra Kühlschränken die dafür gebaut wurden um ganze Akkus rein zu schieben, dann wird der Kleber so hart, dass man einzelne prismatische Zellen herausschneiden kann und sie durch neue ersetzten könnte.
Hier in Deutschland wäre so ein Akku aber nicht reparierbar. Selbst die EV clinic hat für solche Akkus noch kein geeignetes Verfahren.