Alles anzeigenAlso ich hab mir meinen bewusst gekauft. Ich glaube nämlich nicht, dass man sich aktuell zwangsläufig sagen muss: „Ich warte lieber noch 3–5 Jahre, weil dann plötzlich die komplette Akkutechnik revolutioniert wird.“
Klar, die Entwicklung geht weiter. 800 V wird immer verbreiteter und auch höhere Spannungssysteme wie 1000 V+ gibt es bereits. Aber das heißt nicht automatisch, dass ein heutiges E-Auto in ein paar Jahren plötzlich technisch „alt“ ist. Der Mazda 6e hat beispielsweise noch eine 400-V-Architektur und trotzdem ist das für den normalen Alltag mehr als ausreichend. Letztendlich bringt eine höhere Spannung auch nur dann einen echten Vorteil, wenn man dadurch im Alltag spürbar schneller laden kann oder andere Vorteile bekommt.
Ich sehe das ähnlich wie bei Smartphones: Natürlich werden die jedes Jahr technisch besser, aber ein fünf Jahre altes Smartphone ist deswegen nicht plötzlich unbrauchbar. Irgendwann werden die Verbesserungen einfach immer kleiner bzw. für den normalen Nutzer weniger relevant.
Bei den Akkus sehe ich es ähnlich. Natürlich wird die Energiedichte weiter steigen und irgendwann werden 700 km+ reale Reichweite in mehr Fahrzeugen normal sein. Aber das passiert nicht von heute auf morgen. Und gleichzeitig zeigen die bisherigen Daten, dass moderne E-Auto-Akkus deutlich langlebiger sind, als viele denken. Große Auswertungen von zehntausenden Fahrzeugen kommen auf eine durchschnittliche Degradation von ungefähr 2,3 % pro Jahr. Das bedeutet nicht, dass jeder Akku genau so altert, aber es zeigt schon ziemlich deutlich, dass „Akku nach ein paar Jahren kaputt“ nicht der Normalfall ist.
Deshalb hätte ich persönlich auch wenig Angst davor, heute ein E-Auto zu kaufen. Selbst wenn in fünf Jahren die nächste Generation Akkus etwas mehr Reichweite, schnelleres Laden oder eine höhere Energiedichte bietet, habe ich immer noch ein Auto, das seinen Zweck erfüllt.
Und genau deshalb würde ich mir eher Gedanken über das konkrete Fahrzeug, die Batteriechemie, das Thermomanagement und die Garantie machen als darüber, ob in drei Jahren irgendeine neue Akku-Technologie auf den Markt kommt.
Beim Wiederverkauf sehe ich deinen Punkt allerdings genauso. Gerade bei relativ neuen oder wenig etablierten Marken ist nach vier Jahren schwer einzuschätzen, wie hoch der Restwert sein wird. Aber wer sein Auto sowieso nur kauft, um es nach vier Jahren wieder zu verkaufen und dann unbedingt das nächste „Neue“ haben zu wollen, ist mir ehrlich gesagt eh etwas suspekt.
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Richtig. Leasing wäre nur eine Option bei einem Auto, welchem man schon ansieht, dass es nicht für ein Jahrzehnt gebaut wurde und was zu viele Sollbruchstellen (aka Spielereien) hat. X-Peng beispielsweise: Jede Kleinigkeit hat ihren eigenen Stellmotor/ Bildschirm etc.
Schaut man mal in die Vergangenheit sieht man, dass es auch in den letzten [fünf] Jahren abseits von Spielereien [aus Fernost] kaum Sprünge gegeben hat. Der BMW iX1 und iX2 [aus dem Modelljahr 2022] sind immer noch kaufbar. Und bei all den tollen Batterierevolutionen (1,5MW-BYD-Batterie, Geelys Feststoffbatterie etc.) würde ich immer die erprobte "konventionelle" Technik nehmen, ehe Early-Adopter zu sein und im Worst-Case Zehntausende in den Sand zu setzen.