Was ich an diesem Thema der vorgeschriebenen Assistenzsysteme schwierig finde, ist, das diese offensichtlich über alle Hersteller hinweg mehr oder weniger fehlerhaft sind, das aber den Gesetzgeber nicht davon abhält, sie verpflichtend zu machen und ggf. sogar eine Deaktivierung auszuschließen.
Ich verstehe den Gedanken dahinter, halte das aber in vielen Fällen für nicht wirklich durchdacht.
Mein Lieblingsbeispiel ist der Geschwindigkeitswarner, der ab der geringsten Überschreitung der erlaubten Geschwindigkeit aktiv wird. Leider ist die Ermittlung der erlaubten Geschwindigkeit oft derart grottig, dass eine an sich gut gemeinte Funktion völlig unbrauchbar wird und vom Nutzer schon nach kurzer Zeit ignoriert wird. Der 6e hat hier nach meinen Erfahrungen besonders viel Potential...
Wie kann man eine solche Gängelung auf der Basis einer so schlechten Datenqualität ernsthaft vorschreiben? Akzeptanz entsteht nicht durch Vorschriften, sondern durch gute Erfahrungen mit einem System. Noch kann (und darf) ich das Gebimmel abschalten. Fragt sich nur, wie lange noch.
Nur zwei Beispiele: Eine Straße bei uns ist in den Straßendaten als 30 km/h-Zone eingetragen, solange ich Navis nutze - das sind sicher schon um die 30 Jahre. Dort war aber noch nie 30, immer schon 50. Natürlich gibt es auch keine 30-Schilder, aber die "Verkehrszeichenerkennung" besteht darauf, dass dort 30 gilt.
Zweites Beispiel: Auf dem Weg in einen Nachbarort gibt es seit zwei Jahren eine Baustelle, die auf 50 beschildert ist. Wenn ich die Schilder passiere, springt die Anzeige der erlaubten Geschwindigkeit von 70 (vorher richtig) auf 100. Die 50-Schilder sind sehr gut erkennbar und korrekt aufgestellt. Warum schnallt die Karre das nicht?
Lange Rede, kurzer Sinn: Wer sehenden Auges Assistenten vorschreibt, die mehr oder weniger schlecht arbeiten, weil die Daten bekanntermaßen häufig fehlerhaft sind, tut weder sich noch den Nutzern einen Gefallen. Da kann ich wirklich nur noch hoffen, das der Hersteller die Situationserkennung immer weiter verbessert.
Da Schlechtleistungen des Fahrzeugherstellers aber keine Strafe nach sich ziehen, gibt es nur wenig Anreiz, hier zu investieren. Und wenn alle Marken mehr oder weniger Murks produzieren, bringt ein Wechsel zu einem anderen Hersteller auch nichts. Daher wäre es nötig, das die Herstellersysteme laufend geprüft werden und Verbesserungen zwingend vorgegeben werden. Und wer das nicht hinkriegt, riskiert satte Strafen - bis hin zum Entzug der Betriebserlaubnis für einzelne Fahrzeugmodelle. Klingt hart? Mag sein, aber sonst ändert sich nichts und wir müssen den Mist unter Umständen mit unserer Gesundheit und unserem Leben ausbaden.