Mein 6e hat „Jibaku“ begangen – Mazda, ich habe Fragen.

  • Dann kann ich nur ergänzen, um es noch mal deutlicher zu machen: An (nicht) funktionierenden Systemen sind nicht die Politiker schuld, sondern die Autohersteller. Schließlich schaffen es andere Autohersteller auch, sichere Systeme zu programmieren. Es ist wichrig, dass man seine Kritik an die richtige Adresse schickt - und nicht bei jeder zweiten Sache die Kritik ziellos an "die da oben" schießt.


    Zur Sache: ich jedenfalls bin gespannt, ob dem threadersteller noch etwas bzgl. der Assistenzsysteme mitgeteilt wird. Da jedoch Mazda tunlichst vermeiden wird, zuzugeben, dass die Qualitätssicherung in China nicht der Qualität der Systeme aus Japan entspricht, wird wohl nichts von Mazda kommen.

  • Hallo,


    ich habe zuvor acht Jahre eine S-Klasse W222, Erstzulassung 05/2014 gefahren. Dort hat der dynamische Tempomat in Verbindung mit dem Lenkassistent perfekt unterstützt. Außer in Baustellen gab es daran nie etwas auszusetzen.

    Und wenn man mal eine Linie ohne Blinker überfahren hatte, dann wurde man daran erinnert und die Korrektur erfolgte weich und sicher.


    Auch folgte das Fahrzeug problemlos im Stau dem Vordermann und blieb automatisch stehen und konnte auch unter bestimmten Bedingungen wieder anfahren.

    Und hat man mal den Abstand zum Vordermann nicht eingehalten, dann wurde man durch eine Anzeige darauf hingewiesen. Hat man dann doch geschlafen und es drohte eine Auffahrunfall, dann wurde ein lauter Signalton ausgegeben und die Bremsung setzte autonom ein.


    Im Mazda sind der dynamische Tempomat und der Spurhalteassistent nach mehr als 10 Jahren späterer Entwicklungszeit zum Mercedes aus meiner Sicht nicht zu gebrauchen.

    Meine Frau und ich schalten im Mazda immer die Systeme aus bzw, nutzen sie nicht.

    Mazda 6e in Aero-Grey und Anhängerkupplung (Takumi Plus mit Lfp-Akku)

  • Das ist Äpfel mit Birnen vergleichen, meine S-Klasse hat auch perfekt funktioniert und hat Neu 270'000 CHF gekostet. Der Mazda kostet nicht einmal einen Fünftel und fährt fast so gut wie die S-Klasse. Würde der Mazda das Doppelte Kosten, würden die Assistenzsysteme auch perfekt arbeiten. Aber Geiz ist Geil und Mercedes Vollausstattung sind zwei paar Schuhe. Mann kann für kleines Geld nicht alles haben und die Autohersteller können nicht zaubern.

    Die Politiker muss man nicht in Schutz nehmen, die schauen zuerst mal zu sich selbst und sind damit schon überbeschäftigt. Die darben, wenn sie pensioniert werden keine Sekunde. Ein Freund von mir hat 45 Jahre bei VW gearbeitet und kriegt knapp 1100 Euro Rente, das ist unfair und ungerecht, versprochen hat ihm die Politik knapp das 3-fache...

  • Bei unseren Vorgängerfahrzeugen, Touran und Golf, wäre ich nie auf die Idee gekommen, den Spurhalteassistenten zu deaktivieren, der hat hervorragend auch schon vor 12 Jahren funktioniert. Beim E6 halte nicht nur ich das Teil für gefährlich. Wieso schaffen die das nicht, so etwas in den Griff zu bekommen?

  • Bei unseren Vorgängerfahrzeugen, Touran und Golf, wäre ich nie auf die Idee gekommen, den Spurhalteassistenten zu deaktivieren, der hat hervorragend auch schon vor 12 Jahren funktioniert. Beim E6 halte nicht nur ich das Teil für gefährlich. Wieso schaffen die das nicht, so etwas in den Griff zu bekommen?

    Uff also gerade bei der VAG von guten Assistenzsystemen zu sprechen ist schon mutig. Wie oft bei mir die Notbremsassistenten ohne Gefahr losgegangen sind kann ich nicht mehr zählen. Spurhalteassistenten sind bei Nässe zumindest nach meiner Erfahrung alle gleich schlecht. Manche tun sich auch bei trockener Fahrbahn mit Spurrillen schon schwer und betiteln diese dann als Straßenmarkierung, wodurch dann plötzlich der Lenkassistent eingreifen will. Ist mir auch bei einem VW passiert nebenbei bemerkt.

    Neulich hatte erst ein Bekannter eine nahtot Erfahrung in einem Cupra Terramar, als dieser auf der Autbahn bei über 200 km/h auf der linken Spur völlig Grundlos eingriff und eine Vollbremsung hinlegte. Es war großes Glück, dass zu dieser Zeit kaum jemand auf der Autobahn war und dadurch schlimmeres vermieden wurde. Das Auto war anschließend 2 Wochen in der Werkstatt. Ergebnis und Siegerehrung: „wir können nichts finden, alles läuft einwandfrei“. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass das Vertrauen des Besitzers in sein Auto aktuell gleich null ist.

    Den Finger zu heben und zu sagen „ja aber diese oder diese Automarke“ bringt uns hier eh nicht weiter. Ich bin mir sicher, dass es bei jeder Automarke Leute gibt die entsprechende Erfahrungen gemacht haben. Uns bleibt nur abzuwarten inwieweit die Systeme des Mazdas im laufe des Jahres oder im laufe der kommenden Jahre verbessert werden. Es ist sicherlich hilfreich bei Mängeln Kontakt zur Werkstatt zu halten, konstruktive Kritik zu äußern und zu hoffen, dass die Kritik ernst genommen wird.

    Mazda 6e - 68,8kWh LFP - Takumi Plus - Soul Crystal Red - Auslieferung Ende Mai / Anfang Juni 2026

  • Beni1955

    Bei zehn Jahren Entwicklungsunterschied würde ich nicht von einem Vergleich Apfel mit Birnen sprechen.


    Jede neue Technik findet früher oder später über die Oberklasse Einzug in die Mittelklasse. Das war auch bei dem Matrix-LED-Licht so gewesen.

    Nur funktionieren die Sachen dann in der Regel auch in der Mittelklasse.


    Wir fahren auch noch einen Peugeot 308, dessen dynamischer Tempomat arbeitet auf dem Niveau meiner S-Klasse und kostete auch nicht mehr als der Mazda.


    Auf jeden Fall ist die im Mazda 6e verbaute Tempomat-Technik auf dem Stand nicht oder kaum zu gebrauchen. Das hat dann auch nichts mit Politik oder Politikern zu tun. Ich nutze auf Grund der Langstrecke gerne den Tempomaten.

    Derzeit lasse ich ihn aber einfach aus und fahre wie vor 20 Jahren ohne Tempomat.


    Gruß

    Mazda 6e in Aero-Grey und Anhängerkupplung (Takumi Plus mit Lfp-Akku)

  • Neu 270'000 CHF gekostet

    Wir wissen es langsam... 🙄 Für alle anderen Beni1955 hat 270'000 CHF für seinen Benz bezahlt.


    Es gibt Systeme die müssen funktionieren. Unabhängig vom Preis des Fahrzeuges. Punkt!


    Jede Eisenbahn, jedes Flugzeug ist mit Assistenzsystemen ausgestattet. Egal welcher Preis. Funktioniert eines dieser Systeme nur einen Bruchteil außerhalb des Soll-Bereiches, braucht man nicht weit in die Vergangenheit gucken, was dann passiert. Stilllegung bis zur Fehlerbehebung. Die dann auch relativ schnell erfolgt.


    Hört endlich auf, die Systeme in einem Auto als Raketentechnik darzustellen. Das Auto ist nicht die komplizierteste Technik auf dem Planeten. Schlechte Entwicklung lässt die Technik aber so wirken.

  • Hallo,

    da glücklicherweise niemandem etwas gröberes passiert ist, muss ich hier leider etwas härter ins Gericht gehen.

    Ich für meinen Teil bin sehr erschrocken wie viele E Autofahrer (und damit meine ich wirklich explizit E Autofahrer) das Thema Assistenzsysteme und teilweise autonomes Fahren voraussetzen, bzw. sich komplett drauf verlassen. Da stelle ich mir gleich die Frage warum diejenigen überhaupt ein Auto haben wollen, wenn sie eigentlich gar nicht fahren möchten. Als jemand der immer gerne Auto gefahren ist begreife ich diese Logik nicht.

    Zu den Assistenzsystemen muss man sagen, dass sie den Fahrer, wie der Name schon sagt, lediglich assistieren sollen. Von außen und vor allem im Nachhinein ist zwar immer leicht reden, aber sich auf die Systeme zu verlassen halte ich für den größten Fehler und das hat überhaupt nichts mit Mazda zutun. Was ich zuletzt von Toyota und VW an Systemen kennengelernt habe bzw. kennenlernen musste ist keinen deut besser und hat mich schon viele Nerven gekostet. Ich für meinen Teil begrüße immer, wenn man sämtliche Systeme deaktivieren kann.

    Es tut mir sehr leid, dass ich hier keine tröstenden Worte spenden kann, denn das hättest du wirklich besser wissen müssen. Gleichzeitig sollte das eine Warnung an alle Fahrer sein, sich auf solche Systeme eben nicht zu verlassen und das Markenunabhängig! Ich wage zu bezweifeln, dass die Automobilindustrie in absehbarer Zeit wirklich dazu in der Lage ist, dafür sind grade zu Berufszeiten viel zu viele Leute auf der Straße, die bedauerlicherweise regelmäßig viel zu viele Fehler begehen.

    Hallo Stephan,

    da du mich zumindest indirekt ansprichst und eine naive Gläubigkeit in Assistenzsysteme unterstellst: Gläubigkeit, ja, naiv nein. Mein Fehler war sicher, dass ich das System zu spät übernommen habe, als es nicht so reagiert hat, wie ich es erwartet habe. Es wird auch eine Rolle gespielt haben, dass ich das Fahrzeug erst seit dreieinhalb Wochen kannte, also erst relativ wenig Erfahrung mit dem konkreten System hatte.


    Aber:

    • Ich fahre seit 2014 mit ACC (der Spurhalteassistent spielte m.E. für den Unfall keine Rolle).
    • Opel Insignia von 2014 hat in solchen Situationen gebremst.
    • VW Bus aus 2018 hat in solchen Situationen gebremst.
    • Es war die absolute 08/15 Standardsituation. Die Situation, die die EU im Hinterkopf hatte, als sie ACC zur Pflicht gemacht hat, um Unfälle zu reduzieren. Stabile Kolonne im morgendlichen Berufsverkehr, bestes Wetter, keinerlei Anzeichen einer kritischen Situation. Zunächst vom Vordermann eine mittelstarke Bremsung, die dann in eine Vollbremsung überging. Mehr als genug Abstand und Zeit für das ACC-System und den Notbremsassistenten des 6e zu reagieren.

    Mit diesem Erfahrungs- und Erwartungshintergrund habe ich dem System des 6e im Jahr 2026 vertraut. Dass das ein Fehler war, weiß ich heute auch. Und mein Vertrauen in diese Systeme ist auch erschüttert. Bis zum Unfall hatte dazu keinen Anlass.


    Du magst aufgrund anderer Erfahrungen schon vorher zu einem andern Schluss in Bezug auf die Assistenzsysteme gekommen sein. Sie alle abzuschalten, kann aber auch nicht die Lösung sein. In Summe retten sie mehr Leib und Leben, als das sie kosten. Mein Anliegen ist, dass Mazda die Systeme prüft und verbessert. So wie ich es von jedem anderen Hersteller erwarten würde. 🍻

    R.I.P.: 6e, Takumi, Melting Copper, Leder schwarz

    Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann!

  • Ich möchte hier nur einmal auf einen Unterschied von 2 System-Typen zu sprechen kommen.

    Assistenzsysteme: Der Fahrer steht in der vollen Verantwortung, falls das System nicht korrekt funktioniert und es muss auch nicht korrekt funktionieren, dazu gibt es keine Pflicht! Es darf Macken haben.

    Sicherheitssystem: Der Hersteller steht in der Verantwortung. Diese Systeme sind manchmal mehrfach redundant und funktionieren so gut wie immer sehr zuverlässig.

    Der technologische Sprung von einem Assistenz- zu einem Sicherheitssystem ist in bestimmten Bereichen des PKWs extrem teuer und kompliziert aufgrund der unterschiedlichen Umgebungen.

    Bei einem Flugzeug ist das beispielsweise deutlich einfacher, weil die Landebahnen und Radarsysteme alle einheitlich genormt sind weltweit.

    Man darf sich einfach niemals auf ein Assistenzsystem verlassen. Das kann 99x gut gehen und 1x leider nicht.

    Ich komme selber aus der Entwicklung von Logistik Fahrzeugen und es ist immer wieder eine irre Debatte, ob man Dinge wie Personenerkennung überhaupt bewerben möchte, weil sich irgendwann jemand drauf verlässt und einen Menschen umfährt, weil es 99x gut ging und man Vertrauen aufgebaut hat. Selbiges im PKW.

    Meine Meinung ist, dass es genau anders herum sein sollte. Ein Fahrer sollte sich bewusst dazu entscheiden diese Assistenz nutzen zu wollen, warum auch immer.

    Wenn diese Systeme dann als Sicherheitssystem eingestuft werden, dann dürfen die gern Pflicht sein, dann kann man sich auch drauf verlassen.

    Zu sagen, dass die Assistenzsysteme mehr tödliche Unfälle vermeiden, oder gar gänzlich Unfälle vermeiden ist leicht und mag auch stimmen, aber ich vermute das ist extremst gering. Wie will man das ernsthaft klar definieren?


    Ich hoffe es wurde nicht bereits auf den Unterschied dieser 2 Wortlaute hingewiesen im Verlauf. Ich hatte es beim überfliegen nicht gelesen und jeder sollte das im Hinterkopf haben, dass es Assistenz- und Sicherheitssysteme gibt.

    Nun nochmal harte Worte von mir. Wem es nicht passt darf das gern anders sehen. Es geht mir nicht darum hier jemanden persönlich anzugehen, aber vielleicht mal kurz drüber nachdenken.

    Wer sich auf ein Assistenzsystem komplett verlässt und sogar die Hände bewusst vom Lenkrad nimmt (gibt ja Hilfsmittel…), am Handy spielt, oder in brenzligen Situationen nicht selber bremst weil der Assistent das ja gleich macht sollte bitte Führerschein abgeben. Da hat jemand den Sinn dieser Systeme nicht verstanden.

    Klar, wenn man auf einem Testgelände ist, oder allein auf der Fahrbahn kann man die grenzen gern austesten, aber nicht wenn andere Fahrzeuge, oder Menschen um einen herum sind.

    Daily: Mazda 6e SR Takumi innen schwarz außen "Soul red Crystal" mit AHK
    Spaß: Nissan GT-R (R35) - Clubsport in "Ultimate Silver"

    Einmal editiert, zuletzt von Thorsten ()